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10 Anzeichen für eine toxische Beziehung und wie du sie beendest

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„Dich von einer toxischen Person zu befreien, ist eine große Liebeserklärung an dich selbst.“

Und das meine ich aus tiefster Überzeugung. Wenn du dich selbst liebst, lässt du es nicht zu, dass eine andere Person die Kontrolle über deine Emotionen übernimmt. Toxische Beziehungen habe ich sowohl in der Liebe als auch in der Freundschaft erlebt. Beide Male gab es diese Anzeichen, die ich aber aus verschiedenen Gründen erst zu spät wahrgenommen habe. Heute möchte ich euch erzählen, welche Erfahrungen ich mit toxischen Beziehungen gemacht habe, welche Warnsignale auf eine toxische Beziehung deuten und wie auch ihr sie beenden könnt.

Ich kann mich nur ganz dunkel an diese Zeit erinnern: Ich war erst 19 Jahre alt, hatte gerade mein Abi in der Tasche und war zum Studieren nach Kiel gekommen. Gutgläubig, unerfahren und hoch motiviert, schloss ich mich einer Gruppe von Mädchen an, die alle mit mir im ersten Semester waren. Das Jurastudium war unfassbar anspruchsvoll und jeder, der mithalten wollte, musste sehr ambitioniert sein. Ich denke da immer an die Worte meines Professors, vor dem ich solche große Ehrfurcht hatte, dass ich einfach alles mitschrieb, was er während der Vorlesung sagte. Eines Tages trat er in den Saal und sagte Folgendes: „Schauen Sie sich nach rechts und schauen Sie sich nach links um: Diese zwei Sitznachbarn werden es nicht zum Staatsexamen schaffen.“ Er sollte Recht behalten. Nur die Wenigsten – unter anderem meine Schwester, die heute Volljuristin ist, yes!!! – können sich im Kampf gegen den Giganten Jura durchsetzen.

Zu dieser Zeit war ich voller Angst: Ich hatte Angst, in der Uni zu versagen, nicht mithalten zu können und letztendlich zu scheitern. Genau diese Angst trieb mich in die Arme dieser Mädchen, mit denen ich eine Art Lerngruppe hatte. Doch die Lerngruppe wurde mit der Zeit zur Verpflichtung. Nichts ging mehr ohne sie. Sie war die große Instanz, an die ich mich wenden musste, wenn es um Uni und Freizeit ging.

Wir hatten einige schöne Momente zusammen, doch irgendwie war da dieser Konkurrenzkampf, der ganz subtil ausgeführt wurde. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, was mich genau gestört hat. Aber ich denke, ich fühlte eine negative Energie, wenn ich mit ihnen zusammen war. Irgendwann freundete ich mich mit einer anderen Kommilitonin an und wir verstanden uns so gut, dass ich mich auch mal alleine mit ihr traf – ohne die „Gruppe“. Wir hatten den gleichen Humor und konnten stundenlang quatschen – nicht nur über Jura. Und wenn es drauf ankam, dann lernten wir gemeinsam für die Prüfungen. Dass wir damit erfolgreich waren und auch noch eine gute Zeit miteinander verbrachten, passte wohl den anderen Mädchen gar nicht.

Also fingen sie an, psychischen Druck auf mich auszuüben. Ich glaube, ich erfuhr damals zum ersten Mal, wie es ist, wenn Menschen dir etwas vom tiefsten Herzen nicht gönnen. Aus heutiger Sicht war die Beziehung zu dieser Mädchengruppen nicht wirklich gesund. Es dauerte eine Weile, bis ich mich fragte, warum ich das ganze Spiel überhaupt mitmachte? Ich stellte fest, dass ich ohne sie viel besser dran war, als mit ihnen. Denn im Gegensatz zu einigen anderen von ihnen war ich selbstbewusst genug, um auch mal alleine in die Bibliothek zu gehen, mir alleine einen Kaffee von der Cafeteria zu holen oder auch mal alleine eine Vorlesung zu besuchen. Denn ich fühlte mich zu keiner Sekunde allein, sondern vielmehr selbstbestimmt. Nach Wochen voller Vorwürfe und unterschwelliger passiv aggressiver Verhaltensweisen mir gegenüber, waren wir alle zur gleichen WG-Party eingeladen. Ich ging ohne sie, dafür mit zwei sehr guten Freunden hin. Dieser Abend war mein Befreiungsschlag. Es ging sehr gut ohne sie, denn ich war wieder ich und hatte so viel Spaß wie lange nicht mehr.

Zwar war ich schon immer eine Person, die ihre Freunde sehr genau auswählte, aber nach dieser Erfahrung und dieser Lehre fürs Leben, wurde ich noch vorsichtiger. Mein Kreis ist heute sehr klein und ich bin unfassbar glücklich und dankbar, so großartige Freunde zu haben, die mich teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten begleiten.

Auch in der Liebe war ich nicht frei von toxischen Erfahrungen. Das aller schlimmste an dieser Zeit war, dass ich mich machtlos fühlte. Es war nicht die Person, an der ich hing und das Ganze mitmachte. Sondern das Gebilde drumherum, was ich mir erschaffen hatte und nicht zerstören wollte. Also duldete ich bestimmte Verhaltensweisen, die absolut inakzeptabel waren. Ich redete mir ein, dass jeder Mensch seine Schwächen habe, dass auch ich nicht perfekt sei und ließ Dinge zu, die emotionalen Schaden bei mir anrichteten.

Heute weiß ich, dass ich in einer Art Abhängigkeitsverhältnis zu dieser Person stand, denn ich hatte mich ja daran gewöhnt, dass man sich streitet und wieder versöhnt. Doch es ging mir schon lange nicht mehr um den konkreten Menschen, sondern um die Furcht vor der Einsamkeit. Leider war er auch nur ein Gefangener seiner eigenen Verhaltensmuster. Bestimmte Muster, die durch bittere Komplexe hervorgerufen und so scharf geformt wurden, dass weder ich noch er irgendetwas dagegen tun konnten. Eines Tages, als es erneut zu einer verbalen Auseinandersetzung kam, verspürte ich plötzlich eine so große innere Stärke, dass ich endlich die Worte aussprach, die so lange in mir schlummerten, aber nie herausbrechen konnten. „Ich mache das nicht mehr mir!“ Ein Schlussstrich, der für mich ein schwieriges Kapitel beendete. Ein Ende, das mir Mut zum Neuanfang gab.

An diesen 10 Anzeichen erkennst du einen toxischen Menschen:

  1. Toxische Menschen übernehmen keine Verantwortung
  2. Toxische Menschen sind unauthentisch
  3. Toxische Menschen sind schnell überfordert
  4. Toxische Menschen sind manipulativ
  5. Toxische Menschen versuchen, dich zu kontrollieren
  6. Toxische Menschen versuchen, dich abhängig zu machen
  7. Toxische Menschen gönnen dir deinen persönlichen und beruflichen Erfolg nicht
  8. Toxische Menschen führen nicht selten ein Doppelleben
  9. Toxische Menschen reden dir deine Familie und Freunde schlecht  
  10. Toxische Menschen akzeptieren deine Grenzen nicht

Und so beendest du eine toxische Beziehung:

1. Ergründe deine Ängste

Wenn du merkst, dass du eine toxische Beziehung führst, dann frage dich, was deine größte Angst ist, wenn diese Beziehung scheitert. Ist es die Angst, nicht mehr geliebt zu werden? Die Angst vor der Einsamkeit? Die Angst vor gesellschaftlicher Inakzeptanz? Beschäftige dich intensiv mit deiner Angst und skizziere Szenarien, die du damit verbindest.

2. Rede mit Vertrauten

Wenn du deine Angst ergründet hast, spreche mit deinen Freunden und deiner Familie über deine Situation. Es bringt nichts, die Dinge schönzureden oder zu verschleiern. Sei erbarmungslos ehrlich zu dir selbst und zu deinen engsten Vertrauten. Du wirst sehen, dass das gesprochene Wort so viel Kraft in sich trägt, dass du daraus Mut schöpfst, um dich wirklich aus dieser Situation selbst rauszunehmen.

3. Schreibe dir dein neues Leben auf

Schreibe auf, was du dir von deinem Leben wünscht und welche Gefühle du zulassen willst:

  • Freude
  • Glück
  • Sorglosigkeit
  • Harmonie
  • Ausgelassenheit

Und nun schreibe im nächsten Schritt auf, was du dir von deinem Partner wünscht:

  • Unterstützung
  • Verständnis
  • Liebe
  • Achtung
  • Ehrlichkeit
  • Beistand
  • Rückhalt
  • Loyalität

4. Fange an, dich mehr zu lieben, als deinen Partner

Das mag zunächst sehr egoistisch klingen, aber ich habe festgestellt, dass ich nur glücklich sein kann, wenn ich mich selbst wertschätze. Und das wirklich aufrichtig. Wenn ich mich so behandle, wie ich gerne behandelt werden möchte, dann ist es der erste Schritt zur Loslösung von einer toxischen Beziehung.

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2 Comments

  • Reply
    Moderiamia
    5.06.2019 at 13:48

    Liebe Stephanie,

    danke für deine Worte! Mut ist stärker als Angst und ich hoffe, dass der Gedanke auch so in dem Artikel rüberkommt <3

    Liebe Grüße
    Ari

  • Reply
    Stephanie
    4.06.2019 at 23:00

    Hallo Ari,
    Was für ein bewegendes und ehrliches Thema: toxische Beziehungen.
    Ich glaube, viele von uns kennen das in der Tat, nur können vielleicht den Mut nicht dazu aufbringen, einen Schlussstrich zu ziehen.
    Ich hoffe daher, dass dein neuer Beitrag die eine oder andere dazu anregen wird, sich und die sozialen Beziehungen zu hinterfragen und wirklich zu eruieren, ob diese einem gut tut!
    Danke dir für diesen tollen Beitrag und deine authentischen Worte!

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