Babykolumne

Babykolumne: Perfekte Mutter

Perfekte Mutter hin oder her: Heute erzäle ich von unserem chaotischen Alltag. Denn das Wort „perfekt“ habe ich schon längst aus meinem Mama-Vokabular gestrichen. Perfekt ist für viele Muttis und werdende Mamas vielleicht Heidi Klum oder das Bild, was ihre PR-Berater von ihr in den Medien verbreiten: Eine top-gestylte, hart arbeitende Supermom von vier Kids, mit Waschbrettbauch und Jung-Lover. Heidi schafft alles. Verdammt sieht sie gut aus! Sowieso: Es sieht bei ihr alles so easy aus. Und neben der ganzen Kindererziehung hat sie auch noch scheinbar unendlich viel Zeit. Zeit für Fitness, Luxus-Trips und extravagante Halloween-Partys. Und gerade hier steige ich schon einmal aus und sage: „Tschüss Heidi, da komme ich als Normalo leider nicht mit!“ Zeit ist nämlich ein gutes Stichwort: Denn seitdem ich Mama geworden bin, ist meine Zeit begrenzt. Ja, sogar sehr begrenzt. So ganz ohne Nannys schafft Frau nämlich an einem ganz normalen Tag gerade mal das Nötigste.

Die perfekte Mutter

Die perfekte Mutter – geht das überhaupt? Mein Tagesmotto ist sehr häufig eher: „Perfekt“ unperfekt. Warum? Ich habe meine Ansprüche in Sachen Mode und Beauty einfach mal ein bisschen nach unten geschraubt habe. Das Level des „perfekten“ ist für mich heute dann erreicht, wenn ich mich wohl in meiner Haut fühle. Da zählt es nicht, ob meine Augenbrauen schon seit zwei Tagen nicht gezupft wurden und mir damit ein hässlicher Wildwuchs droht (ich bin Armenierin und kämpfe mit borstigen Kanacken-Haaren 😉 Seitdem Prinz Liam die Regentschaft im Hause Moderiamia übernommen haben, weht ein anderer Wind. Sobald der kleine Sonnenschein schläft, plündere ich entweder den Kühlschrank, trinke tonnenweise heiße Schokolade oder aber ich verfalle in einen komatösen Zustand, der nur durch King Liam’s Weckruf „Bababawawawa“ gelöst werden kann.

Muddistyle

Es gab Zeiten, als ich noch zur Uni ging, da bin ich jeden Morgen extra früher aufgestanden, um mir täglich die Haare zu waschen, damit jede einzelne Locke perfekt sitzt. Bekloppt ist das richtige Wort – zumindest aus heutiger Sicht. Denn heute bin ich für jede Sekunde Schalf dankbar und froh, wenn ich jeden Morgen für fünf Minuten unter die Dusche springen darf. Haare waschen jeden Tag? Äh, ganz bestimmt nicht! Wozu gibt es Trockenshampoo! Gott segne den Erfinder dieses Beautyprodukts. Das geht höchstens nur noch zwei bis drei Mal die Woche und was soll ich sagen, sie sehen zwar nicht perfekt, aber eben ganz ok aus. Und genau das ist es, was ich gelernt habe: Mein völlig überzogenes Bild vom Perfekten kann und werde ich als Mutter eines sieben Monate alten kleinen Wirbelwinds bestimmt nicht erreichen. Ich bin nicht einmal wehmütig, wenn ich an alte Zeiten zurückdenke. Damals konnte ich mir den Luxus der täglichen Haarwäschen erlauben.

Entspannte Mom

Heute hat Luxus eine ganz andere Bedeutung für mich. Luxus ist die Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringe, mit ihm spiele, mit ihm kuschle, mit ihm spazieren gehe und ihm dabei zuschaue, wie er mit anderen Babys spielt. Luxus bedeutet aber auch, dass ich täglich dusche, mich schminke, mir was anziehen, worin ich mich draußen blicken lassen kann. Ich ziehe mich deswegen jeden Tag so an, als würde ich zur Arbeit gehen. Einfach, um nicht ganz in den Jogginghosen-Modus zu verfallen. Aber bei all dem nehme ich mich einfach nicht mehr so ernst. Reicht die Zeit für den Lidstrich nicht, dann ist das nun einmal so. Habe ich einen kleinen Breifleck auf der Bluse, dann lächel ich beim Blick in den Spiegel. Es ist relativ egal, was andere denken und wenn meine Haare so aussehen, als wäre ich gerade aus dem Urwald gekommen, dann binde ich sie zu meiner Khal-Dogo-Gedächtnisfrisur zusammen und gebe mich damit zufrieden.

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10 Comments

  • Reply
    Jacqueline
    11.11.2015 at 13:43

    Das hast Du so super geschrieben!

    Du hast so recht, von mir aus könnte ein Tag 48 Stunden haben! ;oD

    Aber geniessen wir die Zeit noch, irgendwann sind unsere Kinder selbstständig und brauchen uns nicht mehr so!

    Meiner nabelt sich schon langsam ab…! :o( Was ja normal ist! ;o)

    Wünsche Dir einen schönen Tag liebes!

    xoxo
    Jacqueline

    • Reply
      Moderiamia
      15.11.2015 at 12:10

      Ohje, ich hab jetzt schon Herzschmerz, wenn ich an die Abnabelungsphase denke- verrückt.

  • Reply
    Carolin
    11.11.2015 at 8:41

    Super schöner Beitrag! Du schreibst so schön humorvoll! Ich bin zur Zeit noch schwanger und bin wirklich gespannt, wie das Leben mit Baby dann mal sein wird.

    Xx Carolin
    https://www.getmarvelous.com

    • Reply
      Moderiamia
      15.11.2015 at 12:10

      Oh wie schön, ich gratuliere! Freue dich auf die wundervollste, wenn auch eine anstrengende, Zeit.

  • Reply
    Hella
    10.11.2015 at 19:50

    Super Post – auch wenn das platt klingt! Du hast so recht! Und auch wenn ich keinen Zwerg habe – aber viele kleine Geschwister – kann ich voll verstehen, was du hier schreibst!
    Liebe Grüße
    Hella von https://www.advance-your-style.de

    • Reply
      Moderiamia
      15.11.2015 at 12:09

      Ich weiß, was du meinst liebe Hella. Dankeschön 🙂

  • Reply
    Farina
    9.11.2015 at 12:38

    Hahah sehr witzig geschrieben! Da erkenne ich mich an einigen Stellen wieder 🙂 „Perfekt“ ist, was man selbst draus macht, das stimmt 🙂
    LG Farina

    • Reply
      Moderiamia
      15.11.2015 at 12:08

      Das freut mich sehr, wenn dir meine Art zu schreiben gefällt lieb Farina 🙂

  • Reply
    Saskia
    9.11.2015 at 8:49

    Ich denke, dass die Promi-Frauen es ohne ganz viel Hilfe niemals alles so geschafft hätten und ein völlig falsches Bild zeigen. Ich finde es super, wie du damit umgehst. Ich genieße den Luxus einfach noch ein wenig, denn ich denke auch, dass man mit Kind sicher andere Prioritäten hat. Gut finde ich dennoch, dass du dich trotzdem bzw. soweit möglich um dich selbst kümmerst. Mama muss sich schließlich wohl fühlen.

    • Reply
      Moderiamia
      15.11.2015 at 12:08

      Eben, genau so denke ich nämlich auch.

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