Babykolumne

Sind Tablets und Smartphones schädlich für unsere Kinder?

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Mein Kind ist nun in einem Alter, in dem er zwangsläufig mit digitalen Medien in Berührung kommt. Er kennt mit seinen 2 ½ Jahren ganz genau den Unterschied zwischen Tablet, Smartphone und Smart-TV. Nicht nur das: Er fordert auch gerne mal seine Lieblingssendungen an. „Will Peppa Wutz gucken!“ oder „Will Maus und Elefant gucken!“ und wenn ich dann „Nein“ sage, ist die Harmonie zwischen Mutter und Sohn oft dahin.

Rabenmutter-Alarm

Aber kann ich ihm diese Faszination für Tablets und Smartphones verübeln? Wohl kaum! Bin ich für diese Erfindungen dankbar? Oh ja, und wie! Wie hätten wir sonst den Flug nach Marseille mit Zwischenstopp so friedlich und reibungslos überstanden? Natürlich kam das Gerät nicht den ganzen Flug über zum Einsatz, aber es diente zur Entspannung und ermöglichte es, dass der Kleine nach nur zwei Folgen Peppa Wutz artig schlief und erst wieder bei der Landung aufwachte. Ich gebe es zu – Achtung, Rabenmutter-Alarm –: In unserer Familie nutzen wir Mediengeräte! Vor allem, wenn wir unterwegs sind, meine Entertainment-Skills versagen, die Bestechungskekse aufgegessen sind und das liebste Kuscheltier ausgedient hat. Dann springt das Tablet für mich ein und macht meistens einen hervorragenden Job.

Tablet und Co. als Spielzeug?

Im Grunde bringen die digitalen Geräte genau das mit, was ein „perfektes Spielzeug“ ausmacht: Sie machen spannende Geräusche, leuchten lustig auf und zeigen auch noch bunte Bilder. Das Blöde daran ist nur, dass sie nicht so harmlos wie herkömmliche Spielzeuge sind. Deswegen nutzt der Kleine sie auch nur unter strenger Aufsicht von Mama und Papa, so wie es die meisten Medienpädagogen auch empfehlen. Die wachsende Nutzung von digitalen Medien kann übrigens zu Überforderung, Kopfschmerzen, ADHS und psychischen Erkrankungen führen. Daher achte ich immer darauf, dass Liam nur altersgerechte Sendungen schaut.

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Smart-TV als Bestechung

Bei uns wurden das Smart-TV und Tablet in den vergangenen Wochen hauptsächlich dafür genutzt, um den Kleinen zum Essen zu animieren. Was soll ich sagen: Wahrscheinlich wird jede Mama das Szenario kennen: Eines Tages weigerte sich Liam mal wieder strikt, auch nur einen Happen von meinem frisch zubereiteten Essen zu kosten. Jedes Anflehen und Betteln, er solle doch bitte nur mal probieren, half nichts. Kurz bevor ich völlig verzweifelte, schaltete ich den Fernseher an: Kaum flatterte die Maus mit dem Elefanten über den Bildschirm, begann der kleine fleißig, seinen Eintopf zu löffeln. Mein Kind war satt und ich zufrieden. In dem Moment zählte auch nur das.

Zu kurzsichtig gedacht? Vielleicht. Aber für alle, die jetzt mit dem Kopf schütteln werden: Mir ist es trotzdem lieber, mein Kind isst und guckt ein paar Minuten eine kinderfreundliche Sendung, als dass er hungert und nicht in Berührung mit dem Fernseher kommt. Zum Glück funktioniert das Essen momentan auch ohne digitale Hilfsmittel. Aber das ging plötzlich von ganz allein und ohne Zwang.

Dennoch, und da muss ich den Übermuttis und Übervatis Recht geben: es bleibt häufig eben doch nicht nur bei einer Sendung, wenn man nicht aufpasst. Das Repertoire erweitert sich oft und schnell um zwei bis drei Lieblingssendungen, plötzlich kommen noch Kinderlieder und Spiele-Apps dazu und schwupps besteht die Gefahr, dass das Tablet und Co. zu dominant im Alltag werden. Doch genau das, will ich verhindern.

Richtiger Umgang mit digitalen Medien

Wie schaffe ich es also als Mama meinem Kind einen angemessenen Umgang mit digitalen Medien beizubringen? Ein guter Anhaltspunkt ist die Seite SCHAU HIN!. Ein Medienratgeber für Familien, der Eltern und Erziehende über aktuelle Entwicklungen der Medienwelt informiert.

Außerdem finde ich es wichtig, dass sich niemand schämen muss, um darüber zu reden: Egal, ob das Kind Zugang zu Mediengeräten hat oder nicht. Ich fand es eine lange Zeit nämlich peinlich darüber zu reden, weil ich wusste, dass mich einige Eltern dafür verurteilen würden, eben weil die Nutzung solcher Medien kein Spiel an sich ist.

Dürfen eure Kids digitale Medien nutzen?

Da mich eure Meinung sehr interessiert, habe ich euch in meinen Ista Stories gefragt, was ihr dazu sagt. Dürfen eure Kids Tablet und TV gucken? Hier eine Auswahl eurer Antworten! Vielen Dank dafür.

„Meine Jungs dürfen ein Mal am Tag ihre Lieblingssendung gucken und zu mehr ist auch irgendwie nie Zeit, da wir entweder draußen sind oder zusammenspielen.“

„Zwei Stunden am Tag sind es jetzt bei der Witterung schon. Aber ich finde es viel wichtiger, was sich das Kind anschaut.“

„Ja, dürfen sie, aber nicht täglich. Nur am Wochenende. In Ausnahmenfällen auch unter der Woche. Schauen dürfen sie nur Filme und Serien für ihr Alter.“

„Also Handy nur eine Stunde am Abend. TV kann sie immer schauen, macht sie aber nicht. Und Tablet benutzt sie nicht. Wir auch nicht. 😊“

„Habe zwar keine Kinder, aber kann Rückmeldung geben, wie meine Eltern es gehandhabt haben: Sie waren relativ streng was sowas anging. Es gab das Ritual Sesamstraße, Sandmännchen und Tschüss. 🙂

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Hier könnt ihr alle Beiträge zu unserer letzten Runde von Katharina, Pazi und Christina nachlesen.

mamimitwort

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11 Comments

  • Reply
    Smartphone, Tablet und Fernseher - der Umgang mit Medien im Kleinkindalter - lottiundemil.de
    11.10.2017 at 10:45

    […] anderen Mamis unserer #MamiMitWort Reihe haben sich zu dem Thema geäußert. Schaut auch mal bei Ari , Pazi und Katharina vorbei und lest, was Sie darüber […]

  • Reply
    Tina
    5.10.2017 at 10:53

    Sehr schöner Beitrag! Wir sind ja ein sehr Technik affiner Haushalt. Unsere Kinder (4 und 6) dürfen auch an Tablet und Smartphone ran.
    Beim Tablet haben wir inzwischen eine App draufgeladen, die die Zeit limitiert. Das wird auch ohne großes Murren so hingenommen. Und da meine recht viel YouTube schauen, habe ich das normale YouTube gegen YouTube Kids ausgetauscht.
    Mein Blog ist übrigens genau auf das Thema ausgelegt.
    LG, Tina von http://gadgetina.de

  • Reply
    #MamiMitWort - Wie schädlich sind Tablets und Smartphones für unsere Kinder? - Maison Pazi
    4.10.2017 at 22:48

    […] wieder wahnsinnig interessieren, wie ihr zu diesem Thema steht. Meine #MamiMitWort-Kollegin Ari hat sich ebenfalls Gedanken darüber gemacht. Weiter geht es dann bei Christina und Katharina […]

  • Reply
    Wochenrückblick: Smartphones und Kinder, Instawalk und Dinner
    17.09.2017 at 23:27

    […] Ob Smartphones und Tablets gefährlich für unsere Kinder sind, wurde in dieser Woche auch von euch heiß diskutiert. Den gesamten Artikel aus unserer #MamiMitWort-Runde lest ihr hier. […]

  • Reply
    Birte
    15.09.2017 at 22:21

    Liebe Ari,

    das Thema beschäftigt mich natürlich auch sehr. Mein Spatz ist 3 Jahre und ich sehe es ähnlich wie Du. Als wir in den Urlaub gefahren sind mit dem ICE Zug, war ich auch dankbar einen DVD Player dabei gehabt zu haben und mein Sohn kann sogar die Kamera von meinem Handy bedienen 😀 Er darf täglich ca. 45 Minuten fernsehen, meistens ist es Jona Lu oder Rabe Socke. Also etwas, das meiner Meinung nach noch etwas pädagogisch wertvoller ist als manch andere Sachen.

    Ich denke auch, dass jedes Elternteil für sich selbst den Spagat der Mediennutzung managen muss.

    Alles Liebe,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

  • Reply
    Carrie
    14.09.2017 at 13:44

    Ich danke dir für deinen interessanten Beitrag. Ich habe einen Freund der Früher Handymasten aufgestellt hat und der hat mir Horrorgeschichten erzählt…
    http://carrieslifestyle.com

  • Reply
    Kristina Dinges
    14.09.2017 at 13:30

    Was für ein interessanter Artikel! Mein Sohn ist zwar gerade erst 2 Monate alt, aber mir graut es schon davor, wenn er sich anfängt für die Technik zu begeistern…

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

  • Reply
    L♥ebe was ist
    14.09.2017 at 13:05

    meine liebe Ari,
    ich muss zugeben, dass ich mir bisher keine Gedanken darüber gemacht habe, welche Auswirkungen solche digitalen Geräte für Kinder haben – vermutlich, weil ich selber auch noch keine Kinder habe 😉
    aber wenn ich manchmal überlege, dass selbst mir das ganze Thema schon Kopfweh bereitet, wie muss es dann für die Kleinen sein?!

    ein sehr lesenswerter Beitrag meine Liebe!
    hab einen wundervollen Donnerstag,
    ❤ Tina von http://liebewasist.com

  • Reply
    Nadja
    14.09.2017 at 10:44

    Ich finde vor allem auf Reisen, sollte das Tablet gar kein Problem sein! Es ist doch so viel entspannter für alle Beteiligten und nimmt eine Menge Stress aus der Reise…
    Im Alltag kommt es natürlich auf die richtige Dosierung an, aber man reist ja auch nicht jeden Tag. Liebe Grüße 🙂

  • Reply
    Ria
    14.09.2017 at 10:02

    Liebe Ari,

    toller Beitrag 👍👍👍
    Mein Sohn ist schon 7,5 Jahre alt und auch er ist durch den Konkurrenzkampf in der Schule sehr Medienfixiert.

    Wir haben uns also einen Wochenplan zusammengestellt und er darf montags und donnerstags für 45 Minuten am Tablet spielen und sonntags 45 bis 60 Minuten an der Wii. Serien gibt es bei uns eigentlich kaum, da müsste er sich dann entweder fürs spielen oder schauen entscheiden.

    Filme durfte er auch sehen. Freitags ist ein Film angedacht, wird aber so auch nicht immer durchgezogen, weil dann spontan Unternehmungen stattfinden. Tatsächlich ist mein Sohn ein riesen Harry Potter Fan und auch da durfte er tatsächlich schon alle Filme sehen. Allerdings mit mir gemeinsam, da ich mal gelesen habe, dass die Kinder, um bestimmte Dinge dann gut verarbeiten zu können jederzeit jemanden zum Reden haben sollten.

    Manchmal würde er am liebsten noch öfter spielen aber er geht eben auch in die 2. Klasse ganz frisch und ich finde da sollten die Prioritäten ganz woanders liegen. Er hat nun leider auch nicht das beste väterliche Vorbild weshalb es oft schwierig ist und ich dann oft die gemeine bin, aber die bin ich ehrlich gesagt dann gerne. ❤

    Ich danke dir für deinen wieder einmal wundervoll geschriebenen Beitrag und habt einen wunderschönen Tag 🌸🌸🌸

    Liebe Grüße Ria

    • Reply
      Moderiamia
      14.09.2017 at 10:08

      Liebe Ria,

      ich danke dir! Auf die Schulzeit bin ich auch schon gespannt. Kann mir sehr gut vorstellen, dass es heutzutage noch viel schwieriger ist mitzualten, als zu unserer Zeit. Übrigens finde ich euren Wochenplan sehr vorbildlich!
      Ach und als Mama ist man ja öfter die „Gemeinere“ 🙂 Aber später werden es unsere Jungs uns doch hoffentlich danken <3

      Liebe Grüße
      Ari

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