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Bodyshaming: Warum wir Frauen uns selbst nicht lieben

Wir Frauen tun uns schwer damit, unseren Körper zu akzeptieren. Ich kenne keine Frau in meiner Umgebung, die vollkommen zufrieden mit ihrem Body ist. Jede, ja wirklich jede von ihnen hat etwas an sich auszusetzen: Das fängt natürlich – wie kann es auch anders sein – beim Gewicht an und hört dann bei den Haaren und der Haut auf. Zu dick, zu dünn, zu unförmig. Ich zähle zu ihnen. Denn obwohl ich mittlerweile mit meinem Körperbau recht zufrieden bin, war ich es jahrelang nicht.

Mit Liebe zum Selbstbewusstsein

Natürlich kann ich nicht für jede Frau auf diesem Planeten sprechen. Aber meine Erfahrungen und die der Frauen aus meiner Umgebung zeigen einfach, dass wir Frauen immer einen steinigen Weg vor uns haben, bis wir lernen, uns zu akzeptieren. Bei einigen dauert dieser Prozess länger, bei anderen kürzer. Mir persönlich haben der Halt, den mir mein Mann über die Jahre gegeben hat, und die Liebe meiner Familie geholfen, dass ich jetzt ein relatives starkes Selbstbewusstsein habe. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn ich sie nicht gehabt hätte.

Bodyshaming: Körperliche Makel

Was ist denn nun Bodyshaming? So wie ich es verstehe, bedeutet Bodyshaming nichts anders, als, dass man allein anhand von Äußerlichkeiten beurteilt wird. Ich persönlich denke, dass Bodyshaming bei einem selbst beginnt: So finde ich mich zum Beispiel zu klein und muss alle Hosen kürzen lassen, was natürlich kein Weltuntergang, aber extrem nervig ist. Es ist ein sichtbarer Makel, der mich in gewisser Weise einschränkt.

Anders hingegen betrachte ich die sichtbaren Folgen der Schwangerschaft, die mich komischerweise in keiner Weise belasten, weil ich die entstandenen Makel, wenn man sie so nennen kann, eher als ein Privileg betrachte. Ein Privileg zum Beispiel, dass ich mein Kind ernähren konnte. Was will man als Mama mehr?

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Stück Fleisch

Bis ich gelernt habe, alle meine anderen Makeln zu akzeptieren, hat es eine Weile gedauert. Aber ich weiß mittlerweile, dass sie einfach zu mir gehören, dass ich nichts daran ändern, aber dass ich mich dennoch „schön“ fühlen kann, ohne der gängigen Norm zu entsprechen. Das bedeutet unter anderem auch, dass wir uns nicht verstecken dürfen. Ob mit ein paar Kilos mehr oder weniger – wir Frauen und Mamas können genauso gut wie ein Victoria-Secret-Model schöne Wäsche tragen, ohne deren Maße zu haben. Im Übrigen finde ich, dass Frauen öffentlich über Dessous reden dürfen, ohne gleich als „Stück Fleisch“ betitelt zu werden – derart ärgerliche Diskussionen gab es ja in letzter Zeit zu Genüge, vor allem auf Facebook. Meine Dessous sind übrigens von Zugeschnürt, die nicht nur sündige Shapewear, sondern auch wunderschöne Bikinis anbieten.

In liebevoller Zusammenarbeit mit Zugeschnürt

Welche Erfahrungen habt ihr zum Thema Bodyshaming gemacht?

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5 Comments

  • Reply
    Juli
    2.09.2016 at 11:53

    Liebe Ari, voll auf den PUNKT.

  • Reply
    Janina
    29.08.2016 at 8:32

    Hey meine süße, mir gefällt dein Text richtig richtig gut! Du bist einfach SO eine wundervolle und starke Frau und bist wirklich ein Vorbild. Und die Dessous sind natürlich auch der Wahnsinn!:)

  • Reply
    Tina Carrot
    29.08.2016 at 0:50

    Liebe Ari,

    ein ganz toller Beitrag, der eine tolle Botschaft in die Welt hinaus trägt! Viel zu oft sind wir viel zu selbstkritisch mit uns – und gerade die Selbstliebe ist es dann oft, die uns fehlt.

    Ich würde mir wünschen, dass die ein oder andere jüngere Frau deinen Beitrag liest – ich selbst war als Teenager viel zu unsicher, was aber auch kein Wunder ist, wenn man sich unsere Medienlandschaft so anschaut.

    Vielen, vielen Dank dafür! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

  • Reply
    Andrea
    28.08.2016 at 22:40

    So ein toller Beitrag, find ich super geschrieben!

  • Reply
    Sandra
    28.08.2016 at 17:07

    Liebe Ari, das stimmt leider. Das hat schon bei meiner Tochter in der 2. Klasse begonnen, wo sich die Mädchen gegenseitig gehänselt haben. Die Medien mit Photoshop suggerieren uns immer, dass andere so perfekt sind. Aber ist dem so ? Vielleicht sind all die Models auch sehr unglücklich, immer top trainiert und dünn zu sein oder nur auf ihr Äußeres reduziert zu werden. Ich habe auch lange gebraucht, um mit mir und meinem Körper Frieden zu schließen. Geholfen hat mit dabei immer die Mode, meinen Körper schön „zu kaschieren“.

    Liebe Grüße Sandra

    http ://www.sandra-levin.com

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