Babykolumne Family

#MamiMitWort: Mein erstes Jahr als Mama

Liams erster Geburtstag im März war auch irgendwie mein erster Geburtstag. Denn in meinem ersten Jahr als Mama habe ich mich selbst neu kennengelernt. Es war ein Jahr voller Emotionen, die von überwältigendem Glück bis hin zu einigen Frustrationen reichten. In diesem Jahr bin ich erwachsen geworden. Ich habe gelacht und geweint – vor Freude und Sorge. Ich war eine wandelnde Hormonbombe. Doch etwas war immer da – meine unendliche Liebe zu meinem Kind.


Kurz vor der Geburt war ich elektrisiert, nervös, kribbelig und fühlte mich wie frisch verliebt. Verliebt in dieses kleine noch unbekannte Wesen, dass später mein Ein und Alles sein werden würde. Auch, wenn ich wusste, dass mir mit der Geburt die wahrscheinlich schmerzvollste Erfahrung meines Lebens bevorstand, war ich sehr konzentriert und ganz Herr meiner Sinne. Ich glaube, das hat die Natur extra so eingerichtet, damit wir Frauen all unsere Energiereserven mobilisieren und sie dann gezielt einsetzen können. Dann plötzlich war er da. Der schönste Junge, den ich je in meinem Leben gesehen hatte. Von diesem Tag an begann das emotionalste Jahr meines Lebens.

Verunsicherung und Fragen

Ich erinnere mich an den ersten Tag mit Liam. Ich war so vorsichtig, weil ich Angst hatte, ich könnte etwas falsch machen. Er war so klein und schien so zerbrechlich und ich war komplett unerfahren. In meiner Familie waren alle Babys ausgewachsen und im Freundeskreis waren zu dem Zeitpunkt alle kinderlos. Also fing ich radikal bei null an. Kann ich ihn beruhigen, wenn er schreit? Merke ich, ob er Hunger hat, müde ist oder Schmerzen hat? Wie bade ich ihn richtig? Ziehe ich ihn der Temperaturen entsprechend richtig an? Alles Fragen, die mich am Anfang sehr beschäftigten. Ich wollte alles richtig machen und musste lernen, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt. Ich musste lernen, mehr auf mein Gefühl zu hören. Denn generell bin ich ein sehr intuitiver Mensch, aber, wenn plötzlich Ärzte und Hebammen, Familie und Freunde einen diesen und jenen Tipp geben, kommt Verunsicherung auf.

Mama hat keinen Urlaub

Monat für Monat gewann ich an Selbstbewusstsein. Ob stillen, baden und spielen – nach und nach saß jeder Handgriff und wir hatten unsere festen Rituale. Ich lernte nicht nur mein Kind, sondern auch mich besser kennen. Je selbständiger Liam wurde, desto entspannter wurde ich. Dennoch ertappte ich mich selbst ab und zu dabei, wie ich mir Vorwürfe machte, noch besser aufzupassen und noch wachsamer zu sein. Was gar nicht so leicht ist, wenn man als Mama nicht einfach so mal einen Tag frei nehmen kann, auch, wenn man selbst mal krank ist. Das Kind will Action, also muss Mutti ran – egal, ob mit Grippe oder nicht. In solchen Momenten musste ich immer an allenerziehende Mamis denken und war immer voller Bewunderung diesen Frauen gegenüber, Respekt Mädels!

Verzweiflung und Frustration

Und dann, wenn alles zusammen kam, wenn der Kleine, mein Mann und ich gleichzeitig krank waren und ich trotzdem den Haushalt schmeißen, waschen, kochen und putzen musste, dann kam auch mal Verzweiflung auf. Und gerade in diesem Jahr war mein Mann sehr oft beruflich eingespannt und konnte mir leider nicht so sehr unter die Arme greifen, wie er wollte. Das frustrierte nicht nur ihn, sondern auch mich. Das gebe ich zu. Denn oft fühlte ich mich mit vielem alleine gelassen, auch, wenn ich wusste, dass mein Mann mich im Ernstfall immer unterstützte. Diese große Verantwortung, der Druck, alles richtig machen zu müssen – manchmal war ich einfach nur noch fertig mit der Welt. Dann griff ich zum Telefon und rief meine Mama an, die in dieser Zeit immer mein Fels in der Brandung für mich war und die mir die besten Tipps gab. Leider wohnen wir nicht in einer Stadt.

Lernen loszulassen

Loslassen, ihn machen lassen, ohne dabei panisch zu werden, dass etwas passieren könnte – das ist die wichtigste Lektion, die ich in diesem Jahr als Mama gelernt habe. Ich bin einfach ein sehr emotionaler Mensch und muss ein bisschen tougher werden 🙂

Mein Ein und Alles

Trotz der Höhen und Tiefen war das erste Jahr als Mama für mich das glücklichste meines bisherigen Lebens. Mama zu sein, ist eine schwere Aufgabe. Das romantische Bild einer Bilderbuchfamilie existiert zwar in unseren Köpfen, aber es entspricht nicht immer der Realität. Denn das Mutterdasein bedeutet für mich Selbsterfüllung und Verzicht zugleich. Aber genau diese süß-saure Note ist es doch, was die Mutterschaft so schmackhaft macht oder? Ich weiß, dieses Glück sehr zu schätzen, denn mein Mann und ich haben uns Liam schon seit vielen Jahren gewünscht. Manchmal, wenn Liam schläft, sitze ich da und denke an etwas Lustiges, was er gemacht hat und bin voller Stolz. Mit ihm ist mein Leben intensiver, es ist wertvoller und sinnbehafteter. Ich bin unendlich danbark, Mama von diesem besonderen Jungen zu sein.

Ich freue mich schon auf die Beiträge von meinen Blogger-Mami-Mädels: Katharina von www.cruchedevinaigre.de, Pazi von www.maison-pazi.com und Christina von www.lottiundemil.de.

mamimitwort

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14 Comments

  • Reply
    #MamiMitWort Mein erstes Jahr als Mama - lottiundemil.de
    22.06.2016 at 12:03

    […] meine lieben Mädels Katharina , Pazi und Ari vorgelegt haben und über Ihr erstes Jahr als Mama geschrieben haben, bin ich nun an der Reihe […]

  • Reply
    Wann kommt denn nun das zweite Kind?
    20.06.2016 at 23:07

    […] und dem Blog sehr gut vereinbaren. Nach dem ersten Jahr mit vielen Herausforderungen, die ich hier geschildert habe und die wahrscheinlich viele frischgebackene Eltern ähnlich empfinden, scheinen […]

  • Reply
    #MamiMitWort - Mein erstes Jahr als Mama - Maison Pazi
    15.06.2016 at 12:59

    […] Ari und Katharina schon ihre Beiträge zum Thema diesmal geschrieben haben, wird es nächsten Mittwoch […]

  • Reply
    Wochenrückblick: Blog Reichweite, Instagram, Fotoshooting
    12.06.2016 at 12:43

    […] demnächst meine Erfahrungen hier auf dem Blog teilen. Übrigens der beliebteste Blogartikel war dieser hier über mein erstes Jahr als […]

  • Reply
    #MamiMitWort: Mein erstes Jahr als Mama | Cruchedevinaigre
    8.06.2016 at 16:23

    […] Ari von Moderiamia.de wieder spitze vorgelegt hat, freue ich mich jetzt auf die Beiträge von Pazi Maison-Pazi.de und der […]

  • Reply
    Marie
    3.06.2016 at 16:19

    Hallo liebes ! 🙂
    Erstmal möchte ich erwähnen, dass du einen super schönen Blog hast mit spannenden Themen ! Ich musste mich eben erstmal durch sämtliche Hochzeitsbeiträge lesen. Solche Beiträge liebe ich einfach, da man da die Lebensfreude und das Glück zwischen den Zeilen erahnen kann.
    Ich bin sicher, dass es manchmal nicht leicht ist ein Baby durchzubringen. Aber ich denke schon, dass du deine Aufgabe mehr als nur gut machst ! 🙂
    Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie ein schönes Wochenende!
    Liebste Grüße
    Marie

    http://www.whatiwearinlondon.com

    • Reply
      Moderiamia
      9.06.2016 at 19:05

      Liebe Marie, das freut mich wirklich sehr! Hach ja, unsere Hochzeitsvorbereitungen waren schon eine super spannende Zeit. Die kirchliche Hochzeit steht ja noch aus 🙂

  • Reply
    Carrie
    3.06.2016 at 7:11

    aw das hast du sehr schön geschrieben, wundervoll
    http://carrieslifestyle.com

  • Reply
    Saskia
    2.06.2016 at 20:21

    Ein wunderbarer Beitrag!

  • Reply
    CHRISTINA KEY
    2.06.2016 at 9:13

    So schön geschrieben! 🙂

    Das Foto ist auch Zucker!

    XX,

    Photography & Fashion Blog,

    http://www.ChristinaKey.com

  • Reply
    Katharina
    1.06.2016 at 20:50

    sehr schön geschrieben <3

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